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Beitragsanpassung der Haftpflichtversicherung: Tipps bei Prämienanpassung

Bei einer privaten Haftpflichtversicherung ist es unter bestimmten Umständen möglich, dass die Versicherungs-Gesellschaften eine Beitragsanpassung vornehmen. Das heißt, die Versicherung wird bei gleicher Leistung für den Kunden teurer. Das ist in den Bedingungen so geregelt und betrifft übergreifend alle Versicherer.

Versicherungsnehmer sollten daher die jährliche Rechnung prüfen und auf mögliche Prämienerhöhungen der Gesellschaft ihrer Privathaftpflicht achten. Die Versicherung ist verpflichtet, auf eine solche Prämienerhöhung hinzuweisen. Und das mindestens einen Monat im Voraus. Jeweils ab dem 01. Juli eines Jahres wird für das nächste Versicherungsjahr mittels eines Treuhänders über die Höhe der Beitragsanpassung entschieden.

Bei einer Erhöhung der Prämie, ohne dass die Gesellschaft auch gleichzeitig die Leistungen anpasst, hast du die Möglichkeit, den Vertrag mit Verweis auf dein Sonderkündigungsrecht zu kündigen. Doch das ist nicht immer sinnvoll. Warum, erklären wir hier.

Aktuell: 2018/2019

Der unabhängige Treuhänder hat ermittelt, dass für die Haftpflichtversicherung, bezogen auf die durchschnittlichen Schadenzahlungen aller Haftpflichtversicherungen, für das Kalenderjahr 2017 eine Erhöhung gegenüber dem Kalenderjahr 2014 von insgesamt 13,6 % ermittelt wurde.
Durch die vorgeschriebene Abrundung auf die nächstniedrigere, durch 5 teilbare Zahl ergibt sich somit eine Erhöhung des Beitrages um 10%.

Die letzte Prämienanpassung erfolgte zum 01.07.2015 um 5 %.

Somit können alle Haftpflichtversicherungen - egal ob Privathaftpflicht, Tierhaftpflicht oder andere privaten Haftpflichtsparten - ab dem 01.07.2018 um 10 % erhöht werden.

Ob dein Versicherer die Erhöhung übernimmt und in welchem Umfang kannst du deiner nächsten Prämienrechnung für Fälligkeiten zwischen dem 01.07.2018 und dem 30.06.2019 entnehmen.

Warum erhöhen die Haftpflicht-Versicherer ihre Beiträge?

Schadenaufwendung

Eine Privathaftpflicht kommt für Schäden auf, die ein Versicherter bei anderen Personen anrichtet. Ein Treuhänder ermittelt einmal im Jahr jeweils zum 01. Juli die durchschnittlichen Schadenaufwendungen aller Versicherungsfälle, die von allen Versicherungen zur Regulierung ausgezahlt wurden. Und diese steigen seit Jahren kontinuierlich, wie aus unserer Statistik hervorgeht.

Wir haben dort für dich die Schadenaufwendungen der Allgemeinen Haftpflichtversicherung dargestellt. Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle des Geschäftsjahres 2015 stiegen nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf 4.9 Milliarden Euro.

Erhöhen sich die Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr um mindestens 5 Prozent, ist die Gesellschaft berechtigt, eine Prämienanpassung vorzunehmen. Bei einer Veränderung von unter 5 Prozent, dürfen die Beiträge für die Kunden nicht erhöht werden. Der Prozentsatz wird im nächsten Jahr allerdings berücksichtigt.

Übrigens ist auch der umgekehrte Fall möglich. Verringern sich die Schadenzahlungen, kann sich das ebenfalls in den Prämien widerspiegeln.

Wichtige Fragen zur Beitragserhöhung

Wir haben für dich die wichtigsten Fragen zur Beitragserhöhung zusammengestellt und beantwortet. So erhältst du schnell einen Überblick über wichtige Termine sowie deine Möglichkeiten zur Kündigung der Privathaftpflicht. Außerdem haben wir Tipps zum Sonderkündigungsrecht und zeigen, wo du neue Tarife vergleichen kannst.

Wann erhöht sich meine Haftpflicht-Prämie nach einer Anpassung?

Auf den Rechnungen müssen die Versicherer ihre Kunden auf die Beitragserhöhung hinweisen. Das muss laut Gesetz mindestens einen Monat vor Wirksamwerden der Erhöhung passieren. Gleichzeitig muss dich deine Gesellschaft auch auf dein Kündigungsrecht hinweisen.

Was kann ich tun, wenn der Beitrag erhöht wird? Kann ich kündigen?

Du hast ein außerordentliches Kündigungsrecht: In Paragraf 40 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) heißt es:

„Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie, ohne dass sich der Umfang des Versicherungsschutzes entsprechend ändert, kann der Versicherungsnehmer den Vertrag innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung des Versicherers mit sofortiger Wirkung, frühestens jedoch zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung, kündigen. […]“

Wann ist eine Kündigung trotz Beitragserhöhung nicht möglich?

Wenn sich mit der Erhöhung der Prämie auch die Leistungen entsprechend erhöhen, hast du kein außerordentliches Kündigungsrecht. Dann liegt ein sogenannter dynamischer Versicherungsschutz vor. Du kannst in diesem Fall aber der Dynamik widersprechen: Dann läuft dein Vertrag im bisherigen Umfang zu den vorigen Konditionen weiter.

Übrigens: Kürzt dein Versicherer die Leistungen, passt aber die Beiträge nicht dementsprechend an, kannst du ebenfalls außerordentlich kündigen.

Ist es sinnvoll, den Vertrag sofort zu kündigen?

Nicht unbedingt. Prüf zunächst, um wie viel sich dein Beitrag erhöht hat und vergleich die neue Prämie mit den Tarifen anderer Anbieter. Oft haben nämlich viele weitere Versicherer ihre Beiträge ebenfalls angepasst.

Beachte außerdem:

  • Wenn du bereits mehrere Schäden zu verzeichnen hattest, kannst du von einer anderen Gesellschaft abgelehnt werden.
  • Prüf, ob eine Alternative zu deiner Haftpflichtversicherung auch die gleichen oder sogar bessere Leistungen beinhaltet.
  • Achte darauf, dass die neue Haftpflichtversicherung sich nahtlos an die gekündigte Versicherung anschließt, damit du keine Lücke in deinem Schutz hast.

Wie kann ich die Tarife von privaten Haftpflichtversicherungen vergleichen?

Einen der größten und umfangreichsten Vergleichsrechner zu privaten Haftpflichtversicherungen im Internet findest du auf unserer Seite. Dabei hast du auch einen guten Überblick über die angebotenen Leistungen und Preise.

Wir sind seit 1984 als Versicherungsmakler tätig. Daher haben wir viele Tarife und eine große Auswahl an Haftpflichtversicherungen in unserem Online-Rechner. Über 250 Tarifvarianten verschiedener Gesellschaften sind darin zu finden. Nutze den Vergleichsrechner und überprüfe, ob sich ein Wechsel für dich lohnt. Verschiedene unabhängige Verbrauchermagazine hatten die Privathaftpflicht im Test und die Ergebnisse zeigen, dass neue Verträge oft besser schützen als alte.

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