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Heizen mit Wärmepumpe - lässt sich damit Energie sparen?

Wärempumpe an der Hauswand

Viele Hauseigentümer sind auf dem Weg zur Klimaneutralität. Dazu gehört vor allem, Seite Energie für das Haus zu erzeugen und dabei den CO2-Abdruck so klein wie möglich zu halten. Vor allem beim Thema Heizen gibt es mittlerweile Technologien, die einerseits helfen, Kosten zu sparen und auf der anderen Seite immer mehr in Richtung Klimaneutralität. Heizen mit Wärmepumpe erfreut sich daher immer größerer Beliebtheit.

Der Einbau von Wärmepumpen wird vom Staat umfangreich gefördert. Da vor allem bei älteren Gebäuden die Sanierungskosten und die Umrüstung auf Wärmepumpen recht hoch sind, hat sich der Bund dazu entschlossen, hier entsprechend Fördermittel bereitzustellen. Ziel ist, bis zum Jahr 2030 sechs Millionen Wärmepumpen in Betrieb zu nehmen. Zu Jahresbeginn 2022 sind bereits 1,2 Millionen Wärmepumpen im Einsatz.

Was ist eine Wärmepumpe?

Das Heizen mit Wärmepumpe ist deshalb so günstig, da hierbei die Energie aus der Umwelt für die Energieversorgung im Haus genutzt wird. Wärmepumpen wandeln diese vorhandenen Energien in Heizungswärme um. Ganz ohne Strom geht es dabei zwar auch nicht, aber dieser wird lediglich für den Betrieb der Pumpe benötigt. Die Grundtypen unterscheiden sich nach Art der Energienutzung:

  • Luft-Wärmepumpen ziehen die Wärme aus der Außenluft vor dem Haus. Dadurch wird ein Kältemittel erwärmt und zu Gas verdichtet. So lässt sich die Heizung im Haus auf eine Temperatur von 20 Grad bringen. Wenn im Haus mehr Wärme benötigt wird, kommt ein Zusatzheizstab zum Einsatz.
  • Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen ziehen sich die Wärme aus einer Tiefe von etwa 100 Metern aus dem Boden. Dafür sind Bohrungen erforderlich. Alternativ besteht die Möglichkeit, Erdkollektoren zu verlegen. Diese sehen im Prinzip wie eine Fußbodenheizung aus, sind aber auf dem Grundstück verlegt. Damit lässt sich die Wärme des Erdbodens aufnehmen.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Luft-Wärmepumpen sowie auch Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen arbeiten vom Grundsatz her ähnlich. Beide Modelle nutzen die thermische Energie von Luft, Erde und Wasser und übertragen diese auf ein Kältemittel, das bereits bei niedrigen Temperaturen verdampft. Dabei übt ein Verdichter Druck auf das dampfförmige Kältemittel aus. Das erfolgt so lange, bis die Temperatur des Kältemittels über einen Wärmeüberträger an die Heizsysteme abgegeben werden kann. Währenddessen kühlt das Kältemittel wieder ab und gelangt zurück in den Verdampfer, so dass der Kreislauf erneut einsetzt.


Ist das Heizen mit Wärmepumpe klimafreundlich?

Im Gegensatz zu den Gas- und Ölheizungen sind Wärmepumpen vergleichsweise sehr klimafreundlich. Sie benötigen für den Betrieb keine fossilen Energiequellen wie Gas oder Öl. Damit entfallen außerdem die Beschaffungskosten für diese Brennstoffe. Daneben zeichnen sich Wärmepumpen durch eine hohe Effizienz aus. Mit ihrer Technik lässt sich Wärme erzeugen, die zu etwa drei Vierteln aus natürlichen Quellen kommt wie Luft, Erde oder Grundwasser. Die Anlage an sich benötigt für die Wärmeproduktion Strom, aber dieser Verbrauch ist sehr niedrig.


Wo ist der Einbau einer Wärmepumpe sinnvoll?

Generell empfehlen Experten den Einbau einer Wärmepumpe in Neubauten, die die energetischen Voraussetzungen erfüllen. Das Objekt muss also über eine ausreichende Dämmung verfügen, damit die niedrige Energie, die die Wärmepumpe aufwendet, nicht innerhalb des Hauses quasi verpufft. Vor diesem Hintergrund ist das Heizen mit Wärmepumpen in Altbauten eine finanzielle Herausforderung, da vor der Installation erst einmal eine energetische Sanierung notwendig ist. Am besten geeignet sind vorhandene Fußbodenheizungen und Wandheizungen, da hierfür geringe Heizwasser-Temperaturen ausreichen, um das Haus mit Wärme zu versorgen.

Icon Glühbirne

VS.-Info:

Eine Wärmepumpe ist ein Gebäudebestandteil: Aus diesem Grund ist eine Wärmepumpe im Rahmen der Gebäudeversicherung gegen Schäden wie Feuer, Sturm, Hagel oder auch Diebstahl und Vandalismus abgesichert.

Was kostet die Anschaffung einer Wärmepumpe?

Die Anschaffungskosten orientieren sich an der Ausführung der Wärmepumpen, dem Aufwand der Installation und der Erschließung. Dazu haben wir einige Kostenbeispiele aufgeführt, die als Anhaltspunkt dienen sollen:

Erd-Wärmepumpe mit Erdsonde

  • Grundgerät:
    8.000 bis 15.000 €
  • Installation, Zubehör:
    3.000 bis 5.000 €
  • Bohrung und Genehmigung:
    8.000 bis 12.000 €

Gesamt: 19.000 bis 33.000 €

Grundwasser-Wärmepumpe

  • Grundgerät:
    8.000 bis 12.000 €
  • Installation, Zubehör:
    5.000 bis 6.000 €
  • Brunnenerschließung:
    4.000 bis 5.000 €

Gesamt: 20.000 bis 30.000 €

Luft-Wärmepumpe

  • Grundgerät:
    6.000 bis 7.000 €
  • Installation, Zubehör:
    2.000 bis 3.000 €
  • Lüftungsanlage:
    2.000 bis 3.000 €

Gesamt: 13.000 bis 15.000 €

Wie wird das Heizen mit Wärmepumpe gefördert?

Eine Förderung für Wärmepumpen ist generell möglich. Schließlich verfolgt der Bund das Ziel, bis zum Jahr 2030 bis zu sechs Millionen Wärmepumpen in Betrieb zu nehmen. Allerdings fallen die Fördergelder unterschiedlich aus – je nach Bauform der alten Heizungsanlage:

  • Förderung bei alten Heizungen: 35 Prozent auf die gesamten Investitionskosten
  • Förderung bei Ölheizungen: 45 Prozent auf die gesamten Investitionskosten

Falls für den Betrieb einer Wärmepumpe eine energetische Sanierung erforderlich ist, gibt es auch dazu Fördergelder. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind hier bis zu 150.000 Euro an Förderung je Wohneinheit möglich. Je nach Effizienzstufe sind dabei Tilgungszuschüsse zwischen 5 und 25 Prozent möglich.

Beim Einbau einer Wärmepumpe bei Neubauten sind ebenfalls bis zu 150.000 Euro Fördergelder drin, allerdings beträgt der Tilgungszuschuss hier maximal 12,5 Prozent auf das Investitionsvolumen (Stand 7/2022).


Wie hoch sind die laufenden Kosten mit einer Wärmepumpe?

Die Energieträger, die die Wärmepumpe benötigt, sind kostenlos. Lediglich der zum Betrieb der Wärmepumpe benötigte Strom kostet Geld. Viele Stromanbieter bieten mittlerweile Tarife an, die lediglich für Heizstrom bestimmt und deutlich niedriger sind als der normale Haushaltsstrom. Erkundigen Sie sich daher bei Ihrem Energieversorger, ob dieser einen separaten Stromvertrag zum Heizen einrichtet. Diese Heizstrom-Tarife sind ja nach Anbieter 40 bis 60 Prozent günstiger als der Haushaltsstrom.

Hinzu kommt eine regelmäßige Prüfung der Wärmepumpe. Diese ist gesetzlich zwar nicht vorgeschrieben, aber unbedingt zu empfehlen, damit die Wärmepumpe immer die erforderliche Leistung erbringt. Für diese Überprüfung müssen Sie neben den Anfahrtskosten und der Arbeitszeit der Handwerker etwa 100 Euro einkalkulieren. Alle zwei Jahre sollte eine solche Überprüfung stattfinden.


Wie laut sind Wärmepumpen?

Die Arbeitsweise der Wärmepumpen ist recht unterschiedlich. Da Grundwasser- und Erdwärmepumpen ihre Energie quasi unterirdisch fördern, sind sie relativ geräuschlos. Bei einer Luft-Wärmepumpe sieht das ein wenig anders aus. Denn hier sind große Ventilatoren im Einsatz, die die Außenluft ansaugen müssen. Dadurch kommt es zu Ventilationsgeräuschen. Je nach Größe der Anlage sollten Sie also drauf achten, dass diese nicht unter einem Schlafzimmer installiert ist oder sogar von den Geräuschen her Nachbarn beeinträchtigt. Allerdings entwickelt sich die Technik hier immer weiter, sodass die Ventilationsgeräusche immer dezenter und leiser sind.

Ist das Heizen mit Wärmepumpe genehmigungspflichtig?

Das kommt auf die Art der Wärmepumpe an. Die Luft-Wärmepumpe ist nicht genehmigungspflichtig, da diese lediglich mit der Umgebungsluft arbeitet. Bei einer Grundwasser- oder Erdwärmepumpe hingegen müssen Sie eine Genehmigung einholen, denn dafür sind Bohrungen notwendig, um das Grundwässer oder die Erdwärme als Wärmequelle zu nutzen. Je nach Lage Ihres Grundstückes benötigen Sie die Zustimmung von der Unteren Wasserbehörde. Diese Behörde ist entweder bei der kreisfreien Stadt direkt oder beim jeweiligen Landkreis angesiedelt, sie ist für die Überwachung der Einhaltung von wasserrechtlichen Vorschriften zuständig.

Anmelden müssen Sie eine Wärmepumpe unabhängig von ihrer Bauart auch noch bei Ihrem Stromversorger. Dafür können Sie dort auch einen Heizstrom-Tarif nutzen, der sich deutlich von den Kosten des normalen Haushaltsstroms unterscheidet. Teilweise bezahlen Sie pro Kilowattstunde etwa die Hälfte des normalen Haushaltsstroms. Ebenso müssen Sie Ihre Gebäudeversicherung über den Einbau der Wärmepumpe in Kenntnis setzen, damit im Schadensfall hierfür Versicherungsschutz besteht.


Wie schnell können Sie eine Wärmepumpe einbauen?

Derzeit müssen Sie eine Menge Geduld mitbringen, wenn Sie auf das Heizen mit Wärmepumpe umsteigen möchten. Es gibt noch nicht allzu viele Installationsbetriebe in Deutschland, die sich auf diese Form der Heizung oder Warmwassererzeugung spezialisiert haben. Nur etwa jede dritte Fachbetrieb verfügt auch über die Eignung, eine Wärmepumpe zu installieren.

Größtes Manko ist derzeit, dass Handwerker überhaupt nicht so schnell verfügbar sind. Schließlich ist der Einbau nicht mal eben damit getan, die Außenanlage zu errichten. Auch die Heizungsanlage muss ausgetauscht oder umgerüstet werden. Zusätzlich führt der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit beim Hausbau dazu, dass viele Betriebe ihre Terminbücher schon Monate im Voraus mit dem Einbau von Wärmepumpen voll haben.

Fazit zum Heizen mit Wärmepumpe

Grundwasser- oder Erdwärmepumpen arbeiten völlig unabhängig von der Außentemperatur und haben eine hohe Effizienz beim Erzeugen von Heizwärme oder Warmwasser. Luftwärmepumpen können problemlos bei Temperaturen von -20 bis 35 Grad Celsius betrieben werden – für unsere Breitengrade also völlig ausreichend. Da der Einbau staatlich gefördert wird und zusätzlich auch noch die Stromkosten sich deutlich reduzieren lassen, ist die Wärmepumpe vor allem bei Neubauten eine echte Alternative zu anderen Heizsystemen.

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